Bausatzhäuser werden direkt auf der Baustelle errichtet, wobei die Bauelemente von den jeweiligen Herstellern an den gewünschten Bauplatz geliefert werden. Der Zusammenbau liegt dann in der Verantwortung des Bauherrn, wobei meist Handwerksunternehmen hinzugezogen werden. Meist werden Bausatzhäuser aus Materialien wie Styroporstein + Beton oder Ytong-Steinen errichtet. Wer den höheren Aufwand und die Zeit nicht scheut, kann dadurch eine Menge Geld sparen, da der Hausbau mit eigener Arbeitskraft bewerkstelligt werden kann und so Lohnkosten eingespart werden können. Oft werden Bausatzhäuser auch als Rohbau- oder Selbstbauhaus angeboten.
Bei einem Bausatzhaus kann der Bauherr zwischen verschiedenen Paketen wählen. Viele Anbieter bieten einzelne Pakete je für den Innenausbau und den Rohbau. Vorkenntnisse und handwerkliches Geschick sind dabei ein großer Vorteil, jedoch kein Muss! Die meisten Bauunternehmen bieten unerfahrenen Bauherrn Schulungen an, damit der sich entsprechend auf die anstehenden Arbeiten vorbereitet werden kann. Wir empfehlen, auf einen umfangreichen Beratungsservice vor und während der Bauzeit zu achten. Obwohl durch den Bau eines Bausatzhauses im Gegensatz zu Massivhäusern sehr viel Geld gespart werden kann, sollte dem Bauherrn dennoch klar sein, dass auf die Eigenleistung natürlich keine Gewährleistung gegeben wird. Daher sollte man sich im Vorfeld fragen, ob man eine Teilmontage einem Handwerksunternehmen überlässt. Denn auch so lassen sich immer noch einige Euros sparen.
Oft bieten die Anbieter von Bausatzhäusern verschiedene Beispielhäuser an, die auf Wunsch des Kunden auch angepasst werden können. Bei der Planung sollte im Vorfeld geklärt werden, welche Eigenleistung durch den Bauherrn selbst vorgenommen werden und für welche Arbeiten ein Handwerksunternehmen beauftragt werden soll. Der Zeitaufwand ist dabei ein sehr wichtiger Faktor, da bei einem Hausbau mit Eigenleistung sehr viele Arbeitsstunden zusammen kommen, die einen Großteil des Baupreises ausmachen. Zudem muss man sich im Klaren sein, dass der Bau eines Bausatzhaus meist mehr Zeit in Anspruch nimmt, als der Bau eines Fertighauses beispielsweise. Oft haben Bauherrn nur am Wochenende Zeit und so kann der Bau bis zu 12 Monate dauern. Das hängt natürlich immer von der investierten Eigenleistung ab.
Der Anteil der Eigenleistung richtet sich übrigens nach der Wahl der Baumaterialien. Bei Materialien wie KS Steinen oder Poroton-Ziegeln kann der Bauherr natürlich selbst sehr viel mit anpacken. Oder aber Blockhäuser werden meist in Eigenregie hochgezogen, da die Holzbohlen passend nummeriert angeliefert werden und nur noch montiert werden müssen.
Anders sieht es bei bestimmten Rohbausystemen aus, deren Elemente in Holzrahmenbauweise oder aus Blähton vorgefertigt sind. Aufgrund ihrer Größe müssen die einzelnen Elemente mit einem Kran angeliefert werden. Zudem sollten diese Elemente auch von einem Fachmann montiert werden.
Alles in allem ist ein Bausatzhaus eine sehr gute Möglichkeit, einige Tausend Euro beim Hauskauf zu sparen. Das größte Einsparpotenzial liegt dabei beim Rohbau. Wird auf einen Keller verzichtet, kann bereits für weniger als 100.000 Euro ein komplettes Bausatzhaus erstanden werden (zzgl. Grundstück).
